Berühmte Grooves – Ticket to Ride – The Beatles

Es gibt Songs, die der Entwicklung der Popmusik vorausgeeilt sind. Nicht einmal die Komponisten haben bei der Aufnahme an einen kommerziellen Erfolg geglaubt. Einer dieser Songs der Beatles ist Ticket to Ride (hier auf YouTube anhören). Die überraschend erfolgreiche Single wurde von den Beatles am 15. Februar 1965 in den Abbey Road Studios in London aufgenommen.

Der einflussreiche britische Musikkritiker Ian MacDonald beurteilte den Song als „psychologically deeper than anything the Beatles had recorded before“ und „extraordinary for its time“. (1)

In diesem 3-Minuten Song geht es um unerfüllte Liebe. John Lennon bringt seine Wut und Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass seine Liebste ihn verlässt. (2)

Das Cover der Single Ticket to Ride

Eine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit Ticket to Ride hat Alan W. Pollack verfasst. In dem Artikel findet sich auch eine detailierte Beschreibung der Songstruktur.

Der Groove – Ticket to Ride

„Ringo Starr groovt in seiner eigenen Art, da die Rhythmen als kompositorischer Teil der Musik eingesetzt und musikdienlich mit Herz und Feeling gespielt wurden.“

Fachzeitschrift Sticks

Das Schlagzeug und und der Schellenkranz wurden von Ringo Starr eingespielt. Die für einen Pop-Song der damaligen Zeit ungewöhnliche und für den Song charakteristische Schlagzeug-Figur der Verse soll laut wikipedia die Idee von Paul McCartney gewesen sein.

Notation des berühmten Verse-Drumparts von Ticket to Ride – Dem Groove liegt ein leicht „triolisches“ Gefühl zu Grunde
Audio Ticket to Ride – Groove der Versehentlich
The Beatles Beat im Interlude: Der typische „gerade“ Achtel-Beat-Groove der 60er Jahre mit leicht geöffneter Hi-Hat
Audio Ticket to Ride – Groove der Zwischenspiele
Der Sechstolen-Fill
„Ich spiele es mit meinen Schultern“ – Ringo Starr erklärt, wie er Ticket to Ride trommelt

Hier kannst du Ringo Starr bei seiner („very cool from Liverpool“) Demonstration der Spielweise von Ticket to Ride zuschauen: YouTube

Der Drummer – Ringo Starr

Was gibt es Schöneres über eine Schlagzeugerin oder einen Schlagzeuger zu sagen, als das, was die Fachzeitschrift Sticks über Ringo Starr knapp bemerkt?

„Ringo Starr groovt in seiner eigenen Art, da die Rhythmen als kompositorischer Teil der Musik eingesetzt und musikdienlich mit Herz und Feeling gespielt wurden.“ (3)

Ringo Starr 1964 mit seinem berühmten Set des Schlagzeugherstellers Ludwig

Christian W. Eggers – 30. Oktober 2021 – christian@stompology.org (letzte Aktualisierung dieses Artikels: 7. November 2021)

Bild- und Textquellen

Beispiel der digitalen Bearbeitung analoger Schlagzeugaufnahmen

Mit diesem Artikel beschreibt Drummer-Kollege Beeble, wie man eine Tonbandaufnahme eines Schlagzeug-Grooves der 50er Jahre, den Bo Diddley Beat, mit digitalen Vintage-Tools bearbeiten kann. Die Beschreibung durfte ich freundlicherweise aus dem drummerforum.de übernehmen.

Zunächst hier der Groove, so wie er von mir mit einem Uher Report 4000 IC, mit nur einem Mikrofon über dem Schlagzeug aufgebaut, aufgenommen wurde.

Die Rohdatei des Bo Diddley Beats

Ausgangsmaterial und Analyse

Es folgt jetzt die Analyse zur Aufnahme von Beeble aus dem drummerforum.de:

Hier eine Statistik zu deiner rohen Aufnahme.

Die Aufnahme hat einen recht geringen Dynamikumfang und sollte für genügend Headroom zur Nachbearbeitung etwas niedriger ausgesteuert werden, also bei der Wandlung vom Tonband in den Rechner.
Geht aber gerade noch so. Wahrscheinlich bist du auch gut in die Bandsättigung gefahren, wie du versprochen hattest.


Ich habe versucht den Mulm etwas zu entfernen und die HH und allgemein die Hochmitten und Höhen etwas rauszuarbeiten.


Leider ist wahrscheinlich durch die Position des Mikros die BD etwas untergegangen. Aus dieser Monoaufnahme ist sie so gut wie nicht herauszuarbeiten.

Die digitale Bearbeitungskette

Das Signal wurde über einen Send zu einem IR Plate Reverb geschickt, so richtig vintage.

Das ist zwar ziemlich gefährlich und ein Kompromiss auf Kosten der Klangqualität zugunsten von etwas Raum.

Der Reverb bekommt noch einen EQ mit low-und high cut, um das Ganze nicht zu sehr zu vermüllen (jaja, nicht vintage, aber das konnte man damals auch schon).

Der Hall wurde dann auch noch mit einem LA2A komprimiert ( mein Lieblings-Röhrenkompressor).

Dann ging es in die Mastering Kette von Ozone: Zuerst durch einen Pulteq ähnlichen EQ
– da kommt dann schon die HH etwas noch oben.

Weiter gehts durch einen Vintage Kompressor – fängt etwas die Transienten ab und tut der HH und den Becken gut. Der arbeitet aber nur ganz minimal.

Dann ein Limiter, um die Spitzen abzufangen und ein Stereo Imager, welcher das Frequenzband (leicht) aufteilt und auf einen Stereokanal verteilt.
Der ist jetzt nicht vintage, aber gibt dem ganzen ein wenig Glitter und Klarheit.
Der Maximizer am Ende hat so gut wie keinen Einfluss auf den Klang und dient einzig dazu, dass nichts clippt.

Das Ergebnis der Bearbeitung

Das Ergebnis der digitalen Bearbeitung mit „Vintage“-Tools

Dank an den Autor der Analyse, der Bearbeitungsschritte sowie der Screenshots Beeble aus dem drummerforum.de

Christian W. Eggers – 27.10.2021

Berühmte Grooves – „I‘m Walking“ von Fats Domino

Einen weltweiten Hit hatte Fats Domino mit „I‘m Walking“. Der Beat dieses Songs besteht in einer Übertragung der Straßen-Parade Beats der New Orleans Brassbands („Blechkapellen“) in den Rock ’n‘ Roll. Schlagzeuger Earl Palmer war an der Verbreitung von „Second-Line Grooves“ als Bestandteil des Rock ’n‘ Roll maßgeblich beteiligt. Den Song aus dem Jahre 1957 kannst du hier anhören.

Das Intro beinhaltet auf beeindruckende Weise auf vier Takte (Zeilen 2 und 3) komprimiert wesentliche Elemente des Second Line Parade Drummings. Der Basis Groove (erste Notenzeile) kann auch mit den Handsätzen RR LL RR LL gespielt werden. (2)

Schlagmelodie im Intro

Was für ein großartiges Intro! In vier Takten hat Earl Palmer den Facettenreichtum des traditionellen New Orleans Parade Stils – gespielt auf der Bassdrum und der Hi-Hat – untergebracht. Zum Einüben der nicht so schnell zu behaltenden Schlagfolge des Intros (4 Takte) kann es hilfreich sein, sich die Schlagfolge von Bassdrum und getretener Hi-Hat zunächst duch Nachsingen einzuprägen und langsam mitzuspielen.

Die Lautmelodie des Intros von I’m Walking

Das dominate Handklatschen erfolgt auf den Hi-Hat Zeiten durchgehend auf der „Zwei“ und der „Vier“.

Hier 2x das Original-Intro -gespielt von Earl Palmer – stark verlangsamt zum Anhören. Deutlich wird die „triolische“ Spielweise dieser wunderbaren Schlagfolge. (3)

Basis Groove

Im Basis-Groove dominiert die marschartige Parade-Snare. Die Zählzeiten Zwei und Vier werden durch Snare-Akzente und die getretene Hi-Hat hervorgehoben.

Nicht zu verwechseln ist der Groove mit den „Train Beats„. Sie basieren mehr auf einem Country Musik Gefühl mit 16-tel Aufteilungen und einem Schwerpunkt auf der Eins und der Drei.

Der Basis Groove „I’m Walking“

Herkunft und Bedeutung

Der Schlagzeug-Part lässt sich in einer direkten Linie vom Second Line Parade Schlagzeug über den Jazz zum New Orleans R&B der 50er bis weit in die Gegenwart der Rockmusik verfolgen. Ein sehr bekanntes Beispiel für die Übernahme des Grooves und seiner Spielweise in den Rock der 70er Jahre ist in dem Song The Ballroom Blitz von der englischen Glamrock Band The Sweet (hier auf youtube) zu hören.

1991 war der Song in der Werbekampagne „Alles super!“ des Mineralölkonzerns Aral in einem inzwischen zum Kult-Werbespot erklärten Film (hier auf youtube) zu hören.

Der Drummer Earl Palmer

Palmer lieferte den Backbeat zu berühmten Songs wie „Tutti Frutti“ von Little Richard, „You’ve Lost That Lovin’ Feelin’“ von den Righteous Brothers oder „River Deep, Mountain High“ von Ike und Tina Turner. Mit Fats Domino nahm er „The Fat Man“ auf, mit Smiley Lewis „I Hear You Knockin’“. Er arbeitete auch mit so unterschiedlichen Künstlern wie Frank Sinatra, Neil Young und den Monkees zusammen. Little Richard schrieb in seiner Autobiografie über Palmer, er sei vielleicht der größte Session Drummer aller Zeiten.“ (4)

„1999 wurde Palmers Biographie „Backbeat: Earl Palmer’s Story“ veröffentlicht und 2000 wurde er in der Kategorie „Sidemen“ in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Palmer starb 83-jährig am 19. September 2008 in seinem Haus in Los Angeles. Der Rolling Stone listete Palmer 2016 auf Rang 25 der 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten.“ (5)

Viel Freude am Entdecken dieses Grooves und immer daran denken, dass er mit ein wenig Swing-Gefühl gespielt werden sollte. Wenn das klappt, besteht Suchtgefahr.

Christian W. Eggers – 9. Oktober (letzte Aktualisierung am 9. Oktober 2021) christian@stompology.org

Quellen und Literaturtipp

Wer sich intensiver mit dem New Orleans Drumming befassen möchte, kann das hervorragende Buch von Antoon Aukes mit dem Titel Second Line – 100 Years Of New Orleans Drumming (Verlag C. L. Barnhouse) lesen. Wahrscheinlich das beste Fachbuch über historisches Schlagzeugspiel.

Bandsalat Teil 3 – Uher Report Praxistest

Zunächst: Was soll der Quatsch? Gibt es einen vernünftigen Grund im Jahre 2021 Schlagzeug Grooves mit einem 45 Jahre alten Reporter-Tonbandgerät aufzunehmen? 

Aus „stompologischer“ Hör- und Sichtweise lässt sich nur sagen: es macht riesigen Spaß! Und schließlich geht es ja hier um die akustische Dokumentation der „alten“ Grooves. Diese konnten nur analog aufgezeichnet werden und der Klang mit allen seinen Unzulänglichkeiten und Besonderheiten hört sich vertraut an, meine ich.

Das Uher Report Stereo 4400 IC wurde von 1971 bis 1979 produziert. Der nicht gerade designpreisverdächtige Metallwürfel aus den Uher Werken München erfreute sich – bis zur Ablösung durch portable Kassettenrekorder Anfang der 80er Jahre – bei Radioreportern und Sendern weltweit großer Beliebtheit. Bei meinem aus einem Privathaushalt erworbenen Gerät funktionierte zunächst der rechte Kanal nicht. Das Mehrfache betätigen der Spurwahltasten hat den Fehler vollständig behoben. Zudem waren die Antriebsriemen ausgeleiert, so dass diese ersetzt werden mussten.

Der Charme des Analogen

Ein Vergleich der analogen Bandaufnahme mit analogen Fotografien drängt sich auf. Das analoge Foto setzt sich – sehr vereinfacht – aus Silberkörnern zusammen. Werden Negative und/oder Abzüge des Negativs digitalisiert, wird der optische Eindruck der Kornstruktur des Films miteingefangen. Je nach Auflösung des Films stärker oder weniger deutlich. Die akustischen Eigenheiten der analogen Bandaufnahme bleiben zum Teil, ähnlich wie die Besonderheiten der Filmemulsion, bei einer Umwandlung in Dateien erhalten. Das macht den Charme aus.

Ohne Zubehör geht es nicht. Adapterkabel zur Digitalisierung, Entmagnetisierungsspule, Wattestäbchen, Alkohol und (eher selten) ein ganz klein wenig Uhrmacher-Öl halten das Gerät funktionsfähig.

Zum Testen der Funktionsfähigkeit der inzwischen häufig über 50 Jahre alten Uher Geräte, ist die Nutzung von Originalzubehör sinnvoll. Damit lassen sich Fehler ausschließen, die in der fehlenden Kompatibilität zwischen veralteter deutscher Audio Din Norm und modernen Zubehör und neueren Mikrofon- und Audio-Anschlüssen bestehen können.

Zwei Original-Mikrofone von Uher mit der Bezeichnung M534. Zum Testen des Uher Report ideal, da die Mikros auf das Report abgestimmt sind. Das Paar der wenig benutzten Mikros war über eBay Kleinanzeigen für Euro 65,00 zu erwerben.

Ein erster Test mit Bandgerät und Schlagzeug

Nachdem nun alle notwendigen Komponenten zur Aufnahme und zur Digitalisierung zusammen sind, hier zunächst ein kurzer Aufnahmetest mit meinem Schlagzeug und dem Uher Report 4400 Stereo IC.

Ein Bo Diddley Groove aufgenommen mit dem Uher Report und zwei Uher M534 Mikrofonen. Wiedergegeben über den eingebauten Lautsprecher des Bandgerätes.

Je weiter man in der Zeit bei der Wahl der analogen Technik zurückgeht, umso aufwendiger wird es, die Brücke zur digitalen Musik-Publikation zu schlagen. Abgesehen von den ständig notwendigen Wartungsarbeiten und den eventuellen Reparaturen (siehe Bandsalat Teil 1 und Teil 2), muss man für die speziellen Adapter für Mikrofonanschlüsse, Kabelverlängerungen und Audioanschlüsse ein kleines Vermögen aufbringen.

Digitalisierung der Tonbandaufnahme

Die Umwandlung der Tonbandaufnahmen in digitale Formate ist hier mit einem Minimum an Technik zu sehen. Das niedrigpreisige Interface von Behringer und die freie Software Audacity reichen für die Erstellung von MP3 Dateien völlig aus.

Digitalisierung: Ein Interface kann über die Din-Audio-Buchse des Uher Report angeschlossen werden. Im Bildbeispiel wird die Stereo-Aufnahme zur digitalen Mono-Aufnahme. Auf einen in Auftrag gegebenen passenden Adapter mit 2 x Klinke (Stereo) sowie mit einer guten Abschirmung warte ich derzeit noch.

Der mit Audacity bearbeitete Groove, hier als MP3 Datei hochgeladen. Die Mikros standen für den Test ganz einfach vor dem Schlagzeug. In der Bearbeitung sind die Bässe (Bassdrum) etwas hervorgehoben und natürlich darf die Simulation eines 50er Jahre Raumhalls nicht fehlen. Ansonsten wurde die analoge Aufnahme unverändert übernommen.

Das waren spannende und lehrreiche Wochen! Jetzt aber freue ich mich, demnächst die Aufnahmen der alten Grooves für dieses Archiv mit der „Uher-Kiste“ fortsetzen zu können.

Dank an Herrn Klaus Diemer, der mit seiner kompetenten und großzügigen Hilfe sowie mit seinen verständlichen Artikeln den fehlerfreien Betrieb des alten Tonbandgerätes ermöglicht hat. Für jeden, der sich mit den Uher Report Tonbandgeräten befasst, lohnt sich der Besuch der Website www.tonbandservice.de von Klaus Diemer.

Christian W. Eggers (2. Oktober 2021) christian@stompology.org

(Letzte Aktualisierung dieses Beitrags: 2. November2021)

Bandsalat Teil 2 – Plug and Pray

Nachdem das 70er Jahre Uher Report Tonbandgerät nun endlich eingetroffen war und einer gründlichen Reinigung unterzogen wurde (siehe Teil 1), sollte es eigentlich losgehen. Zu früh gefreut!

Das Uher Report 4400 IC mit der berühmten „Reporter Bereitschaftstasche“ aus Leder. Kritiker meinten, die Tasche sei sehr nützlich: Endlich sei der Spulenlärm eines Report in den Griff bekommen.

Antriebsriemen wechseln

Nach einem ersten Testlauf lösten sich die wahrscheinlich uralten Antriebsriemen in Bruchstücke auf. Ein Crash-Kurs über YouTube, in dem ein etwas unkonzentrierter Dozent mit schlechter Beleuchtung den Wechsel gerissener und loser Riemen beschreibt, machte Mut zum selber Hand anlegen. Neue Gummiriemen gibt es natürlich über das Internet zu bestellen. Da Uher 1, 5 Millionen Bandgeräte des Typs Rekord verkauft haben soll, scheint sich ein reger Ersatzteilhandel wohl noch zu lohnen.

Bandgeräte der Report Serie sind so gebaut, dass auch ein Laie die notwendigsten Wartungsarbeiten durchführen kann. Der Riemenwechsel ist zwar fummelig, aber ohne das Entfernen von Platinen und Trennen von Verlötungen zu bewerkstelligen.

Die robuste Technik der Reports wurde nicht nur von Rundfunkreportern der ARD, sondern auch im „Kalten Krieg“ sowohl von West- wie auch von Ost-Geheimdiensten zur Aufzeichnung von Telefongesprächen eingesetzt. Überraschend für die Geschäftsleitung der Uher Werke soll gewesen sein, dass weltweit auch Hobby-Nutzer Gefallen an dem seltsamen Metallwürfel fanden.

Nach dem Ersatz eines gerissenen Antriebriemens und dem Austausch eines ausgeleierten Riemens läuft die Kiste wieder. Die Spulengeräusche halten sich in Grenzen. Die Uher Report Bandgeräte sind so gebaut, dass Verschleißteile gut zugänglich sind. Alle 2 bis 4 Jahre sollen laut Bedienungsanleitung die Antriebsriemen gewechselt werden. Insgesamt hat das Uher Report drei Riemen. Einer davon ist lediglich für das sehr genau arbeitende Zählwerk zuständig. Bricht einer der beiden Laufwerk-Antriebsriemen, geht nichts mehr.

Wiedergabe und Aufnahme

Die Wiedergabe von Musikaufnahmen über den internen Lautsprecher klingt sauber und ohne hörbare Gleichlaufschwankungen. Mono-Aufnahmen mit einer Bandgeschwindigkeit von 19 cm/s klingen (nach Entmagnetisierung und Tonkopfreinigungen) mit dem mitgelieferten einfachen Uher Mikrofon M 514 überraschend frisch und so warm, wie ich es mir erhofft hatte.

Mikrofone mit XLR Stecker an die Din-Buchsen des Uher Report anschließen

Nicht ganz einfach war es, Mikrofone mit XLR Anschlüßen mit den Mikrofon Din-Buchsen des Uher Report kopatibel zu verbinden. Nötig ist natürlich ein Adapter. Hier wird viel von Händlern versprochen und meist funktioniert die Verbindung entweder gar nicht oder nur mit einem sehr geringen Pegelausschlag. Erst mit der Hilfe eines Kenners wurde es nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich gut. Hier ist die Belegung der Pole beschrieben:

„Zur Info, auch für den Rest der Leserschaft: Da Krischan die zweiadrigen Kabel mitgeliefert hatte, habe ich die Sache so realisiert, dass ich die XLR-Weibchen wie üblich verlötet habe: 1 = Masse/Schirm, 2 = hot, 3 = cold. Am DIN-Ende musste ich dann nur den kalten Draht mit dem Schirm zusammen an Pin 2 löten und den heißen an Pin 3. That’s ist.“ tonbandforum.de

Der Mann mit der Ledertasche

Statt am Schlagzeug zu sitzen, verbrachte ich ein Wochenende (insgesamt 20 Stunden) mit der Sanierung des unrettbar zerbröselten 70er-Jahre-Velours-Innenlebens der 1978 von Uher als Designer Tasche angepriesenen Verpackung aus Rindsleder.

Wie bekloppt muss man eigentlich sein?

Alles in allem: Es ist wohl etwas naiv zu glauben, dass man – egal was Verkäufer versprechen – ohne weitere Mühen und Kosten ein 45 Jahre altes Bandgerät einfach so nutzen kann. Ein Rückbau auf funktionierende analoge Technik in Verbindung mit Digitalisierungen ist richtig teuer. Es sei denn, man kann die beim Kauf einzuplanenden notwendigen Reparaturen an der Elektronik selber ausführen und hat sehr viel Zeit. Das ist mir leider nicht so sehr vergönnt.

„Plug and Pray“ statt „Plug and Play“.

Im 3. Teil dieses Artikels geht es um die Digitalisierung von Schlagzeugaufnahmen über ein Interface.

Christian W. Eggers – 28. September 2021 (letzte Aktualisierung dieses Artikels am 22. Dezember 2021) christian@stompology.org