Theorie

Theorie ist nur ein Weg zum Ziel.

Wenn Du Theorien nicht magst, dann gehe weiter zu den Grooves.

Auf dieser Seite findest Du die theoretischen Grundlagen zur triolischen Spielweise der Schlagzeug-Grooves der 30er, 40er, 50er und 60er Jahre.

Grundlagen

Bausteine eine Grooves

Ein Schlagzeug-Groove ist eine wiederholte rhythmische Figur aus Trommel- und Beckenklängen. Sie kann aus einfachen Schlagfolgen bestehen und mehr dazu dienen das Tempo eines Songs zu markieren.

Swing Basis-Groove mit dem kreienden Besen gespielt.

Ein Groove kann aber auch in in seiner Komplexität den Charakter einer Komposition bestimmen und es zur Berühmtheit bringen. So wie der „Bo Diddley Groove“, dessen rhythmische Figur „Bomp, ba-bomp-bomp, bomp-bomp!“ Menschen augenblicklich vom gemütlichen Sofa hochreißt und zum Tanzen bringt. 

Bo Diddley Groove

Beiden Arten von Grooves, den schlichteren wie auch den mitreißenden und hoch komplexen, liegen gleiche fundamentale Parameter so wie Bausteine zu Grunde. Diese Bausteine eines Grooves werden hier im Überblick vorgestellt.

Rhythmik ist neben Melodie, Harmonie und Klang ein Hauptbestandteil von Musik. Unabhängig von einer Stilrichtung sind die Rhythmik bildenden Komponenten der Puls mit seinem Tempo, die Gewichtung und Zuordnung des Pulses in betonte und unbetonte Pulsschläge in einem Takt (Metrum), das Prinzip der  Teilung von Pulsschlägen zu einem Mikrotiming, die Phrasierung mit ihren Spieltechniken und das Spielgefühl. Diese miteinander eng verzahnten Größen sind das Fundament und das Gerüst  eines Schlagzeug-Grooves.

Geschichte der dreigeteilten Drum-Grooves

Wenn Dir eine bestimmte Stilrichtung mit ihren Eigenarten der Rhythmik der frühen Popmusik besonders gefällt, möchtest Du vielleicht wissen, wie sie entstanden ist. Auch lohnt es sich über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Verschiedenheit als Anregung für das eigene Spiel auszuprobieren. So wird es nie langweilig. Vielleicht ist die Offenheit für Experimente mit unterschiedlichen Stilrichtungen ein Teil des Weges zu Deinem eigenen Stil.

Europäer lieben die Jazzforschung. Aber war es wirklich so, wie in der Literatur behauptet? Eines wird jedenfalls aus dem fröhlichen Wirrwarr der Stilrichtungen deutlich: Mehr oder weniger hängt alles mit allem zusammen.

Wichtige Begriffe zum Schlagzeugspiel

  • Achteltriole: Drei Triolenachtel bilden eine Einheit. Diese Einheit wird Achteltriole genannt
  • Backbeat: Betonter Schlag zeitgleich auf einem Grundschlag (Beat). In der Popmusik im 4/4-tel Takt meist auf den Zählzeiten 2 und 4 
  • Beat: Zeitliche und  gleichmäßige Abfolgen von Grundschlägen bilden den Puls, der auch Beat genannt wird
  • Binär: Mit binär wird die zweigeteilte Zeiteinteilung in der Teilung eines Beat bezeichnet („straight eights“)
  • Flam: Der Flam besteht aus zwei zeitlich sehr eng beieinander liegen Schlägen; einem leisen Vorschlag und einem lauteren Hauptschlag. Statt beispielsweise „Tapp“ hört man „Drrapp
  • Four Beat: Spielweise der Bassdrum und der getretenen Hi-Hat. Auf der allen vier Vierteln Bassdrum und auf der „Zwei“ und der „Vier“ die Hi-Hat
  • Metrum: Die in einem Takt festgelegten Grundschläge mit eventuellen Gewichtungen durch Betonungen = Spannungsverhältnisse der Grundschläge 
  • Mikrotiming: Der aus der Teilung der Grundschläge (Subdivisoin) in weitere rhythmische Ereignisse hervorgehender Fluss
  • Offbeat: Schläge zwischen den Grundschlägen. In ternären Grooves das zweite und dritte Triolenachtel eine Achteltriole
  • Phrasierung: Zur Phrasierung eines Grooves gehören die Verwendung unterschiedlicher Lautstärken (Dynamik), Betonungen (Akzente) und Klanglängen (Artikulation)
  • Subdivision: Wird ein Beat in kleinere Einheiten unterteilt, z.B. pro Viertel Grundschlag werden zwei Achtelschläge gespielt, entsteht eine zweite rhythmische Ebene. Diese Ebene ist eine Unterteilung des Metrums und sie wird Subdivision genannt
  • Takt: Eine  gedanklich festgelegte Anzahl von Grundschlägen der Abschnitte einer Komposition zu einer mathematischen Einheit
  • Tempo: Zeitfolge von Grundschlägen in einem Takt, gemessen in Beats per Minute (bpm)
  • Ternäre Spielweise: Rhythmus in einer Dreiteilung (z. B. ein 3/4-tel Takt) oder annähernd in einer Dreiteilung der Zeit gespielt (z. B. 4/4-tel Takt inder Zeitteilung von 3 Achteltriolen pro Grundschlag)
  • Triolisch: Annähernde Teilung der Zeit in eine ternäre Spielweise. Das Mikrotiming liegt zwischen der Zwei- und der Dreiteilung (z. B. im schnell gespielten Swing 4/4-tel Takt sind die 2-Und und die 4-Und weder genau zweigetelt noch genau dreigeteilt im Fluss des Mikrotimings
  • Triolenachtel: Eine Achteltriole besteht aus drei Triolenachteln. Die Dreiteilung eines Viertelgrundschlages ergibt drei Triolenachtel
  • Two Beat: Spielweise der Bassdrum und der getretenen Hi-Hat. Auf der „Eins“ und der „Dre“i die Bassdrum und auf der „Zwei“ und der „Vier“ die Hi-Hat