Berühmte Grooves – Von „Louie Louie“ zu „The Joker“

Die Aufführungen gleichen sich häufig. Einsatz „Rumbs Bums Bam – Bum-Bum – Rumbs Bums Bam – Bum-Bum“. Die Band versucht auf Touren zu kommen, ein Dirigent oder eine Dirigentin rudert mit den Armen und die richtige Betriebstemperatur des Grooves will sich nicht einstellen. Kaum eine Marching Band, ein Schulorchester oder eine Feuerwehrkapelle, die der Versuchung den R&B Klassikers „Louie Louie“ in das Standardrepertoire zu übernehmen widerstanden hat.

Zahlreiche Kompositionen im modifizierten „Louie Louie“ Groove

Dem Beat von „Louie Louie“ in der Fassung der Kingsmen sind Schwerfälligkeit und etwas Beschwingendes gleichzeitig zu Eigen.

Je nachdem worauf sich die Akzentuierung der prägenden „1-Und-2“ Schlagfolge („Down-Down-Tack“) richtet und wie sie rundherum aufgefüllt wird, entstehen Rhythmen, deren Songs zunächst wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Ein Beispiel für die Übernahme der Schwere des „Louie-Louie“ Beats findet sich modifiziert in Wild Thing von den Troggs. Aus der Schlagfolge „Eins-Und-Zwei – Eins-Zwei“ wurde „Eins Zwei – Eins-Und-Zwei“.

The Joker von Steve Miller

Den Sieg der Leichtigkeit über die Schwerkraft unter den „Down-Down-Tack“-Beats trägt wohl der Song The Joker von Steve Miller davon.  Erzeugt wird der Groove in den Strophen durch Gitarre und Schlagzeug: Downstroke Gitarre – Downstroke Gitarre – Snare-Akzent. Eine Merkhilfe kann das Nachsingen mit den Lauten  „Down Down Tack“ sein. Aufgelöst wird die Strenge des Beats durch einen Gitarrenlauf, der zum Grundton zurückführt. Im Refrain schließlich löst sich der Song aus der Staccato-Gleichzeitigkeit der Drums und der Gitarre. Zu hören ist jetzt ein fröhlicher Country-Song.

Im Video: Refrain, Gitarrenlauf und der „Down-Down-Tack“-Groove auf der Gitarre demonstriert.

Weitere Songs im „Down Down Tack“-Groove

Der Basis-Groove am Drum Set

Der Basis-Groove von The Joker und anderen im „Down Down Tack“-Groove gehaltenen Kompositionen ist sehr einfach. Es kommt auf das besondere Gefühl an. Die „Joker-„Achtel auf der nicht mit dem Fuß fest geschlossenen Hi-Hat klingen ein wenig „angeschoben“.

Der einfache Basis-Groove von „The Joker“ im Notenbild
Hier der Groove in seiner ganzen Schlichtheit
Besonders charakteristisch für den „The Joker“ Groove ist ein 16-tel Fill. Er setzt auf der „Vier“ ein: „…3-Und-Taka-Taka“

Eine hervorragende Darstellung der zahlreichen Fills des Drumparts ist auf www. drumstheword.com zu sehen. Auf der Seite wird zusätzlich eine komplette Transkription zum freien Download angeboten. (1)

Der Drummer – John King

John King zog sich nach dem großen Erfolg mit der Steve Miller Band aus dem Showgeschäftt zurück. Er spielte nur von 1973 bis 1974 in der Band.

„After leaving the band, he started his own business, India Street Percussion, selling instruments worldwide. He brought his family and business back to Tennessee to be near his parents and to raise his daughters.“ (2)

John King starb 2010 an den Folgen einer schweren Erkrankung. (3)

Christian W. Eggers – 10. Juli 2021 (letzte Aktualisierung am 10. Juli 2021) – christian@stompology.org

Quellen:

Veröffentlicht von Christian W. Eggers

Drummer aus Kiel in Schleswig-Holstein. "Drummer machen Fehler, die meistens laut sind."

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