Selbstbau eines Wire Beaters (Coat Hanger)

Auf Grund des überraschenden und mich sehr freuenden Interesses am Wire Beater der New Orleans Brass Bands, hier nun die Bauanleitung etwas detaillierter.

Der Klang des Wire Beaters ist nicht mit einem Stick nachzuahmen. Mit dem Beater entsteht der eigentümliche Schwung der „gepeitschten“ Brass Band Becken. Im Handel sind diese, auch Coat Hanger genannten, Becken-Beater nicht zu bekommen. Sollte jemand mehr Glück haben als ich, bitte ich um Nachricht! Gefunden habe ich nur einen Hersteller in New Orleans für die Brass Band Uniformmützen. So ein Ding setze ich mir aber erst auf, wenn ich das Spiel mit dem Wire Beater besser beherrsche. -)

Also, los geht es mit dem Selbstbau des Wire Beaters

Foto 1 zeigt den fertigen Beater. Der dreifach gewickelte Draht ermöglicht ein besseres Schwingen als ein einzelner starker Draht. In historischen Darstellungen ist auch häufig ein einziger dicker Draht zu sehen. Fotos historischer Beater darf ich nicht zeigen, da ich von den US-Museen trotz freundlicher Anfragen und Vergütungsangeboten bisher keine Lizenz erwerben konnte.

Foto 1 – Der Wire Beater

Das Foto 2 enthält die Bauanleitung, eine Zusammenstellung der Zubehörteile und die Übersicht zum notwendigen Werkzeug.

Zum Verkleben habe ich ein 2-Komponenten Epoxidharz aus dem Baumarkt (Autozubehör) der Marke „presto“ verwendet.

Foto-2 – Übersicht Werkzeuge und Bauanleitung

Foto 3 zeigt die heikelste Stelle: Eine Kappe, die zwischen Holz und Draht verklebt ist. Damit soll mehr Stabilität erreicht werden, so dass sich die Drahtenden nicht aus den Bohrungen im Holz lösen. Als Kappe habe ich einfach einen sogenannten Lampen-Kabel-Distanzaufhänger (auch aus dem Baumarkt, Abteilung Lampen und Elektro) verwendet. Die als Mutter der Schraube fungierende Seite wird durchbohrt, über den Draht gezogen und dann großzügig verklebt. Insbesondere ist es wichtig das flüssige Epoxidharz in die Zwischenräume zu gießen, so dass die Drahtenden umschlossen sind. Dem Aushärten können Ungeduldige etwas mit einem Haartrockner nachhelfen.

Foto 3 – Die Kappe für den Übergang des Holzes zu den Drahtenden

Das ist noch nicht optimal gelöst, finde ich. Besser wäre eine feste und dennoch leicht flexible Masse, die ein leichtes Nachgeben ermöglicht. Damit wäre erreicht, dass die Drahtenden am Übergang zum Holz nicht ermüden und durch ständigen Gebrauch des Beaters brechen. Meine Konstruktion funktioniert bisher ganz gut, ohne dass die Drähte weich werden.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren! Ein klein wenig verrückt muss man schon sein dürfen als Schlagzeuger.

Und: „Whip the cimbels!“ Spielanweisung von Louis Armstrong an Warren „Baby“ Dodds.

Christain (15. November 2020)

Veröffentlicht von Christian W. Eggers

Drummer aus Kiel in Schleswig-Holstein. "Drummer machen Fehler, die meistens laut sind."