Low Fidelity Soundfiles zum Download

Die ultimative Low Fidelity Soundfile Bibliothek – Fünf echte Tonband- und Plattengeräusche zum Download

Alles zu steril? Das Klangbild eurer Produktionen soll endlich schmutzig und historisch wirken? Ok, hier sind vier echte Lo-Fi Geräusche zum Download parat. Als Bonustrack: die Weltpremiere des Old Tape Recorder Stomp für Jazz und Boogie Fans sowie die Swing Hi-Hat.

Alle Dateien dürfen ohne Bedingungen für jeden Zweck frei verwendet werden.

Schlagendes Bandende

Wer kennt es noch? Wahrscheinlich kaum jemand. Das schlagende Geräusch des losen Bandendes gegen eine Metallspule, wenn das Band abgelaufen ist. Spätestens in den Geräten der 70er Jahre war die automatische Bandendabschaltung Standard.

Knistern einer Schallplatte

Der nicht mehr wegzudenkende Klassiker!

Rauschen des Lautsprechers

Schluss mit dem Rätseln, ob der Lautsprecher eingeschaltet ist. Wird richtig aufgedreht, gesellt sich meinst ein wenig Brummen dem Rauschen hinzu.

Links: Grundig Tonbandkoffer TK 27 L mit Röhrenbestückung. Rechts: Uher Report 4000 IC Tonbandgerät
Einschalten eines Tonbandes

Freudige Erwartung. Ob die Kiste fehlerfrei läuft?

„Old Tape Recorder Stomp“

Und hier ist sie: Die erste Schlagzeug-Aufnahme auf stompology.org mit einem Röhrentonbandgerät TK 27 L aus den 60er Jahren von Grundig. Schluss mit diesen neumodischen Transistoren!

Die Swing Hi-Hat

Nun noch die Swing Hi-Hat. Seit In the Mood (Glenn Miller) der Inbegriff einer swingenden Spielweise am Schlagzeug.

Ein nicht ganz so ernst gemeinter Beitrag von Christian W. Eggers (22. Januar 2022) christian@stompology.org (letzte Aktualisierung dieses Beitrags am 30. Januar 2022)

Retro Bass Drum Tuning

Nachdem mehrfach Leserpost zum Retro Bass Drum Sound eingetroffen ist, soll hier kurz beschrieben sein, wie dieser hergestellt werden kann.

Resonazfell tiefer als das Schlagfell gestimmt

Hier ein Beispiel zum Sound der Bass Drum, die bei zahlreichen bisherigen Aufnahmen auf stompology.org verwendet wurde. Das Resonanzfell ist in diesem Beispiel tiefer als das Schagfell gestimmt.

Der Motown Beat als Beispiel für einen „warmen“ Bass Drum Sound ohne übermäßigen „Attack“

Resonazfell höher als das Schlagfell gestimmt

Es folgt ein Klangbeispiel der leicht gedämpften Bassdrum mit einem Resonazfell, welches deutlich höher als das Schlagfell gestimmt ist. Insgesamt ist die Bassdrum hier hoch gestimmt. Aufgenommen wurde sie frontal schräg von oben zur Abmahme des gesamten Sets mit nur einem Mikrofon.

Diese Stimmung setzt sich gut bei einfachen Aufnahmen mit nur einem einzigen Mikro – frontal aufgestellt – durch und sie kling auch sehr jazzig wenn sie mit alten Bandmaschienen aufgenommen wird.

Zunächst: Entscheidend ist nicht unbedingt ein besonderes teures Mikrofon und auch nicht die digitale Bearbeitung der Aufnahmen (abgesehen vom Hall). Auch entsteht der Klang nicht durch einen besonders hochwertig verarbeitenden, teuren und großen Kessel der „großen Trommel“. Man muss also meist nur wenige Mittel einsetzen, um zu seinem eigenen Klang der Bass Drum zu gelangen.

Ein Bändchen-Mikrofon erlaubt es, dass Set so aufzunehmen wie man es auf dem Hocker hört. Der Sound des Schlagfells kann hier einfach „mitgenommen“ werden, wenn das Mikrofon zwischen Snare und Hi-Hat platziert wird. Das Mikro aus China kostete 80,00 Euro und es klingt wirklich gut.

Offene Stimmung der Bass Drum

Als offene Stimmung der Bass Drum können die Stimmungen bezeichnet werden, die einen warmen, länger nachklingenden Zweiklang durch Schlag- und Resonanzfell produzieren. Auf ein Schallloch im Resonanzfell wird verzichtet; ebenso auch auf die üblichen Dämpfer, wie etwa Kopfkissen und Wolldecken, innerhalb des Kessels.

Der Klang der hier verwendeten 24er Gretsch Renown Bass Drum wird maßgeblich durch die Stimmung und vorsichtige Dämpfung von Schlag- und Resonanzfell bestimmt.

Diese Buch von Nils Schröder ist sehr zu empfehlen. Schlagzeuger Nils Schröder beschreibt die Herstellung der verschiedensten Trommel-Sounds der unterschiedlichsten Musikrichtungen durch das passende Stimmen. Hier sitzt jedes Wort! Inzwischen ein Standardwerk für Trommlerinnen und Trommler.

Die Gretsch Renown Bass Drum weist auch keine Bohrungen für Tomhalterungen auf, so dass die Luft hier nicht entweicht. Von Vorteil für einen offenen Sound sind auch dünne Kessel, da diese besonders gut schwingen.

Das Stimmen der Bass Drum

Die Faustregel für die offene Stimmung der Snare und der Toms ist, dass das Schlagfell tiefer gestimmt ist als das Resonanzfell. Das trifft auch für die Bass Drum zur ersten Orientierung zu.

In meinem sehr kleinen und stark schallisolierten Aufnahmeraum drehe ich diese Regel für die Bass Drum häufig um. Das Schlagfell ist einen Tick höher gestimmt als das Resonanzfell. Die Bass Drum klingt unter diesen Bedingungen sowohl am Schlagfell wie auch am Resonanzfell runder und satter, ohne dass ich genau erklären kann, warum das in einem sehr kleinen und stark gedämpften Raum so ist.

Die Dämpfung der Bass Drum

Beiden Fellen soll eine möglichst starke Schwingung ermöglicht sein, so dass ein Zweiklang mit Sustain entsteht. Diese Schwingungen finden ihre Begrenzung, wenn sie den „Anschlag-Bums“ zu sehr überdecken.

Dämpfung des Schlagfells innen: Es genügt ein kräftiger Filzstoff aufgebracht mit Fotokleber aus der Sprühdose. Obertöne werden so gebändigt aber nicht abgewürgt. Das hier gezeigte Fell war ursprünglich das Resonanzfell. Da es jedoch bedeutend dicker als das Schlagfell ist, wurde getauscht. Der vom Fellhersteller eingebaute Dämpfungsring aus Plastik wurde entfernt. Er hatte die unangenehme Eigenschaft beim Nachschwingen ein Schnarren zu verursachen.

Attack sollte die Trommel schon behalten und der Nachklang soll nicht in einem Obertonjaulen der Felle münden. Daher empfiehlt es sich beispielsweise mit Filz und Neopren je nach Geschmack und Raumakustik beide Felle zu dämpfen. Dieses sollte nur leicht und direkt an den Fellinnenseiten geschehen.

Zur Dämpfung des Resonanzfells werden auf der Innenseite des Fells ein bis zwei selbstkelbende Neopren Quadrate am unteren Rand des Fells aufgebracht. Das übliche Moongel (links im Bild) kann außen auf das Fell gesetzt werden, wenn die innere Dämpfung nicht ausreichend ist. Je nach Raumbeschaffenheit kann natürlich von außen durch die Platzierung von Dämmstoff am Resonanzfell der Sound beeinflusst werden.

Der Bass Drum Beater

Nicht zu unterschätzen ist die Beschaffenheit des Bassdrum Schlägels. Hier gibt es „Vintage Bomber“ aus Kork, puschellige „Muffköpfe“ und so wie hier im Bild einen runden Schlägel, der einfach mit einer (echten) Lammfell-Polierhaube für Schleifteller aus dem Baumarkt bestückt wurde.

Ein runder Beater wurde mit einer Polierhaube aus Lammfell bestückt. Die Haube hat ein Bündchen und lässt sich so sehr leicht montieren und wieder abmontieren, wenn die „härtere Gangart“ angesagt ist.

Die Spielweise der Retro Bass Drum

Nicht förderlich für einen Retro-Sound ist das Hängenbleiben am Schlagfell nach dem Anschlag. Damit ist gemeint, dass der Fuß nach dem Anschlag den Schlägel vom Fell sofort freigibt, so dass es ungehindert schwingen kann. Wer es anders gelernt hat, wird zunächst enttäuscht sein, wenn das nicht auf Anhieb gelingen will.  

Die Aufnahme der Bass Drum

Neben dem heute üblichen Mikro direkt vor einer Bass Drum kann es auch sehr reizvoll sein mit nur einem sogenannten Bändchen-Mikrofon, aufgestellt zwischen Hi-Hat und Snare, den Sound des Bassdrum Schlagfells „mitzunehmen“.  

Very oldschool and very jazzy!

Christian W. Eggers – 11. Januar 2022 – christian@stompology.org (letzte Aktualisierung dieses Artikels am 26. Januar 2022)

Berühmte Grooves – God Only Knows by The Beach Boys – Part 1

An den Beach Boys und insbesondere an den Songs des Albums Pet Sounds scheiden sich die Geister. Was den einen völlig kalt lässt, kann den anderen zu Tränen rühren. Letzteres soll geschehen sein, als Beatle Paul McCartney den Song God Only Knows anhörte.

Link zum Song God Only Knows auf YouTube

Das Magazin Rolling Stone listete den Song 2021 auf Platz 11 der 500 besten Songs aller Zeiten. Grund genug zu schauen, ob nicht auch ein „berühmter Groove“ in God Only Knows auszumachen ist, der für Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger Inspiration und Freude beim Nachspielen sein kann.  

Der Groove – Wassertropfen und Marsch

An Stelle des Drumsets dominiert ein kaum zu verifizierender Mix aus verschiedenen Percussion-Instrumenten. Zunächst schreitet der Viertelpuls im gemächlichen Tempo (ca. 120 bpm) durch das „Ring Ring Ring Ring“ eines Glockenstabs voran. Auf der Eins und der Zwei der Takte sind deutliche hölzerne Klangstäbe zu hören. Die nachfolgenden Achtel ab der Zwei-Und bis zur Vier-Und werden vermutlich durch Handklatschen und Reverb Effekte unterstützt. Letztere sind wirklich nicht gerade sparsam eingesetzt. Es entsteht der Höreindruck fallender Wassertropfen in einer Tropfsteinhöhle.

Die großen Sekunden des Drumsets schlagen in den stakkatohaften Bridges und dann geradezu majestätisch im ausgedehnten Kanon-Outro. Die wunderbar eingesetzten marschartigen Triolen-Rolls auf den Trommeln bilden vor dem Fadeout den dramaturgischen Höhepunkt dieser Sinfonie der Popmusik (siehe hierzu Part 2 – 20. Januar 2022).  

Umsetzungsvorschlag des Basis-Grooves am Drumset

Zu beachten ist, dass neben Drummer Hal Blaine mindestens zwei weitere Schlagzeuger im zigfachen Overdub-Verfahren Percussion-Instrumente zur Basis addiert haben.

Hier ein Vorschlag, wie die Basis des Grooves am Set gespielt werden kann.

Die am Drumset eingesetzten Instrumente und Legende für die nachfolgende Notation
Im zweiten Takt ist der Handsatz zum nachfolgenden Audio notiert
Die Basis am Set gespielt

Die Drummer

Brian Wilson setzte für die Pet Sounds Songs, abgesehen vom Gesang, auf „studierte Musiker und Musikerinnen“. So spielte nicht Dennis Wilson das Schlagzeug, sondern der Jazzdrummer und Studiomusiker Hal Blaine. Unterstützt wurde er durch Julius Wechter und Frank Capp mit verschiedenen Percussion-Instrumenten.

Im zweiten Teil dieser Serie geht es um das seltsame und schwierige Zwischenspiel des Songs God Only Knows von den Beach Boys.

Mehr über „berühmte Grooves“ der Beach Boys kannst du in den Artikeln Do It Again und The Surf Beat erfahren.

Christian W. Eggers – 9. Januar 2022 (letzte Aktualisierung am 5. Februar 2022) christian@stompology.org

Bildquellen Artikelfoto Collage: The Pet Sounds Sessions, Capitol; Pet Sounds- 24 KT Gold Compact Disc, Capitol; The Beach Boys 50, Edition Career Retrospective, Capitol; Konzertkarte Brian Wilson 2002 Hamburg

XLR Mikrofone mit Uher Bandmaschinen verbinden

Immer wieder taucht in Fachforen zu Tonbandmaschinen und Studiotechnik die Frage auf, wie „moderne“ Mikrofone mit XLR Stecker an die DIN-Buchsen von Uher Tonbandgeräten richtig anzuschließen sind. Da es bei der Beantwortung dieser Frage häufig zur vollständigen Verwirrung Ratsuchender kommt, hier ein kurzer Beitrag zur richtigen Lösung.

DIN-Steckverbindungen für Mikrofone weichen je nach Geräte-Hersteller und Mikrofontyp in der Verdrahtung (Pin-Belegungen) voneinander ab.

Mikrofone mit XLR Stecker an die DIN-Buchsen eines Uher Report anschließen

Nicht ganz einfach ist es, Mikrofone mit XLR Anschlüssen mit den Mikrofon Din-Buchsen des Uher Report kompatibel zu verbinden. Nötig ist natürlich ein Adapter. Hier wird viel von Händlern versprochen und meist funktioniert die Verbindung entweder gar nicht oder nur mit einem sehr geringen Pegelausschlag. Erst mit der Hilfe eines Kenners wurde es nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich gut. Hier ist die Belegung der Pole beschrieben:

„Zur Info, auch für den Rest der Leserschaft: Da Krischan die zweiadrigen Kabel mitgeliefert hatte, habe ich die Sache so realisiert, dass ich die XLR-Weibchen wie üblich verlötet habe: 1 = Masse/Schirm, 2 = hot, 3 = cold. Am DIN-Ende musste ich dann nur den kalten Draht mit dem Schirm zusammen an Pin 2 löten und den heißen an Pin 3. That’s ist.“ tonbandforum.de

Hinzuzufügen ist, dass diese Pin-Belegung für die Mikros Electro-Voice RE20 und the t.bone RM700 Bändchenmikrofon hervorragend mit einem Uher Report funktioniert. Damit ist nicht gesagt, dass ohne Berücksichtigung der Tonbandgeräte- und Mikrofontypen jede XLR auf DIN-Verbindung so wie oben beschrieben zu belegen ist.

Grundsätzlich ist zwischen niederohmigen, hochohmigen, symmetrischen, unsymmetrischen, Mono- und Stereomikrofonen zu unterscheiden. Zu unterscheiden ist auch, ob das Mikrofon an ein Röhrengerät oder an ein Transitorgerät angeschlossen werden soll.

Ein ausführlicher Artikel über DIN-Anschlüsse findet sich hier:

„tonband“ – Heft 4, Dezember 1964, 1. Jahrgang
„Was paßt zu was? Zur heiklen Frage des Mikrofonanschlusses“

Magnetbandmuseum – Sie sind im Bereich: Mikrofone anschliessen 1964

Einen erhellenden Überblick über das Chaos der unterschiedlichen Pin-Belegungen unterschiedlicher Mikrofone zum Anschluss an DIN-Kupplungen unterschiedlicher Hersteller von Bandgeräten wird hier in einem Beitrag mit Tabelle gegeben:

grundig: Grundig Stereo-Mixer 422: Pinbelegung (radiomuseum.org)

Christian W. Eggers – 22. Dezember 2021 – christian@stompology.org (letzte Aktualisierung am 12. Januar 2022)

Snare Drum Retro Hall

Einen Tipp zum preiswerten analogen Hall für Schlagzeugaufnahmen im Vintage Sound habe ich vor einiger Zeit aus dem tonbandforum.de bekommen. Dank dafür an den anonymen Autor. Nach einigen Experimenten bin ich inzwischen zufrieden.

Der Hall der Snare ensteht über einen kleinen Gitarren-Amp. Das Ding hat noch eine richtige Hallspirale! So wie früher. Damit und mit einem Bändchen Mikrofon lässt sich ein wunderbarer Retro-Hall während der Schlagzeugaufnahme auf das Tonband zaubern.

Der Groove

Zum Ausprobieren der Aufnahme einer verhallten Snare dient hier das Outro des Songs Rock a Beatin‘ Boogie von Bill Haley and His Comets.

Die „Eins“ und die „Drei“ kann man auf dem Woodblock oder Alternativ auf dem Spanreifen der Snare spielen. Auf der „Zwei“ und der „Vier“ erfolgt der scharfe Akzent, so wie er für die Comets typisch war.
Puristinnen und Puristen mögen mir verzeihen: Der Gesang wurde gleich digital über ein Interface aufgenommen

Ein Weg zum Retro Hall

Die nachstehend Grafik zeigt den Aufbau der Mikrofone und des Amps zur Erzeugung des Retro Halls der Snare.

Ein Bändchen Mikrofon wird vor dem Set platziert. Die Achtercharakteristik des Mikros erfasst den Sound des Amps der auf der dem Schlagzeug abgewandten Seite des Bändchen Mikros aufgebaut wird. Die Intensität des Reverb-Pegels sowie die Lautstärke des Amps sind auch sicher eine Geschmackssache. Für den „Bill Haley Sound“ braucht es schon einen Reverb-Regler, der deutlich nach Rechts zeigt. Dominiert der Amp jedoch zu sehr, geht auch der schöne Klang eines akustischen Schlagzeuges verloren. Das nachträgliche Verändern des Halls ist zwar digital möglich, hat aber unschöne Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahme. Daher empfiehlt es sich zur genaueren Einstellung der Klangregelung und des Lautstärken-Mischverhältnisses zwischen „trocken und „nass“ Probeaufnahmen anzufertigen.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

Christian W. Eggers (19.November 2021) christian@stompology.org (letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2021)

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