Musikerinnen und Musiker haben häufig den Wunsch ihre rein digitalen Produktionen mit analogen Soundeffekten zu bereichern. Besitzerinnen und Besitzer eines Tonbandgerätes wissen es häufig nicht: sie haben nicht nur ein Aufnahmegerät für das analoge Mastering, sondern meist auch eine fantastische „Echomaschine“.

Dieser Artikel gibt eine kurze Anleitung zur einfachsten Nutzung von Bandgeräten als Echogerät innerhalb einer Musikproduktion.
Was an Ausrüstung benötigt wird
Zunächst muss die Bandmaschine über eine sogenannte Hinterbandkontrolle verfügen. Bandgeräte aus der gehobenen Konsumentenklasse sind meist mit Tonköpfen zur Hinterbandkontrolle ausgerüstet. Profi-Geräte immer.
Hinterbandkontrolle
Hinterbandkontrolle bedeutet, dass man das bereits auf Band aufgenommene Signal schon während des Aufnahmevorganges hören kann. Natürlich ein wenig verzögert gegenüber dem Eingangssignal. Damit sind diese Bandgeräte mit ihrem Tonkopf zur „Hinterbandabhöre“ geborene Echogeräte.

Mischpult
Neben dem Bandgerät ist als eine weitere Hardware-Komponente ein Mischpult notwendig. Es genügt schon ein kleiner „Mixer“. Soll die Aufnahme in Stereo erfolgen, muss das Mischpult bei der hier gezeigten Schaltung mit vier Eingangskanälen und zwei Stereo-Auskangskanälen ( zwei L und R Output-Buchsen) ausgerüstet sein.
Verkabelung


Was möglich wird
Die in der Grafik gezeigte Schaltung des sogenannten Einschleifens des Bandechos in die Aufnahme des Computers ermöglicht vielseitige Möglichkeiten der Echo-Sound-Gestaltung.
Intensität und Charakter des Echos können beeinflusst werden über
- die Wahl der Bandgeschwindigkeit am Tonbandgerät,
- über das Mischpult durch Regelung des Pegels der Beimischung der aufgezeichneten Signale des Tonbandgerätes (in der obigen Grafik ist der Signalweg grün markiert),
- durch die Panorama-Regler am Mischpult zur Zuordnung der Echointensität im Stereobild.
Verfügt das Mischpult über digitale Hall- und Echoeffekte, sind die Möglichkeiten der Gestaltung nochmals in Kombination mit dem analogen Bandecho erweitert.
Damit dieser Beitrag im wahrsten Sinne nicht zu trocken bleibt, folgen an dieser Stelle Soundbeispiele.
Die Sache macht wirklich Freude. Über das Experimentieren vergisst man schnell die Zeit. Ich wünsche viele neue Entdeckungen beim Ausprobieren der Möglichkeiten der Soundgestaltung mit einer Bandmaschine.
Christian W. Eggers – christian@stompology.org – 31. März 2025 (letzte Aktualisierung dieses Artikels am 1. April 2025)