Der Schallplattenmacher aus Tirol – Ein Interview mit Dr. Dub über das Pressen von Vinyl- Tonträgern

Im österreichischen Fieberbrunn hat es sich ein junges Team zur Aufgabe gemacht, die Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler nach Bestellung auf Vinyl zu bannen. Im Interview mit stompology.org berichtet Mitinhaber des dr.dub vinyl recording service Markus Waltl über das Pressen von Schallplatten im Zeitalter des Musik-Streamings.

Der dr.dub recording service verfügt inzwischen über vier Studios zur Herstellung von Vinyl Tonträgern

stompology: Markus, zunächst herzlichen Dank für die spontane Zusage für dieses Interview.

Im Jahr 2010, also zum Gründungsjahr des dr.dub vinyl recording service, wurden in Deutschland lediglich noch fünfhunderttausend Langspiel-Schallplatten verkauft. Demgegenüber stand laut Wikipedia der Verkauf von knapp 99 Millionen CDs in Deutschland. Heute ist die Vinyl-Schallplatte wieder angesagt. So soll der Umsatz durch den Verkauf von Schallplatten den der CDs im Jahr 2022 sogar übertroffen haben.

Wie seid Ihr damals auf die Idee gekommen ausgerechnet Schallplattenpressungen als Dienstleister anzubieten?

Das Team: Andy Eppensteiner, Markus Waltl, Hannes Eubling und Benni Ortner

stompology: Wo und wie habt Ihr Euch das Wissen und Können zur Schallplattenherstellung angeeignet?

Wir versuchen immer, dass die Platte möglichst nah ans Ausgangsmaterial herankommt aber trotzdem wird eine Platte immer ihren eigenen Charakter haben. Und das ist auch gut so!

stompology: Ich kenne CDs, die nicht gut klingen, aber auch Schallplattenpressungen, die grausam klingen. Was macht für Dich und Dein Team eine gelungene Vinyl-Pressung aus?

stompology: Ihr bekommt ja zunächst Songs als Datensatz. Wie stark müsst Ihr dieses Daten bearbeiten, damit sie auf Platte gut klingen?

stompology: Was ist aus Deiner Sicht bei der digitalen Vorarbeit einer Künstlerin oder eines Künstlers das Wichtigste, damit die Aufnahme auch als Schallplatte gut klingt?

Auch Band hat genau wie Vinyl seine Grenzen, welche aber für das menschliche Gehör als sehr angenehm empfunden werden.

stompology: Ich hatte Euch zwei meiner Songs zur Pressung geschickt (Erfahrungsbericht). Diese Songs hatte ich vor der endgültigen Digitalisierung mit einer Bandmaschine gemastert. Die Idee war dabei den Sound „analoger“ zu machen. Esoterischer Quatsch oder „eine gute Idee!“?

Video des dr.dub recording service zur Anfertigung einer Schallplatte

stompology: Ich besitze eine original Single von Bill Haley „Rock Around the Clock“. Wenn ich sie heute höre, dann klingt sie im Sound und im Mono-Mix immer noch so frisch wie es damals und in allen darauffolgenden Jahrzehnten klang. Welches Geheimnis mag dahinterstecken?

stompology: Warum glaubst du werden im Jahr 2024 noch Schallplatten gehört?

stompology: Auf Eurer Website ist zu sehen, dass wirklich aus fast allen Musikgenres Aufträge zur Pressung kommen. Also, von Nostalgikern bis hin zum Rave-Festival DJ. Welche Musikrichtungen machen Dir persönlich Spaß und hörst Du privat auch Schallplatten? Oder ist man froh, wenn nach Feierabend endlich mal Ruhe ist?

stompology: Vielen Dank für dieses ausführliche und informative Gespräch! Ich wünsche Dir und Deinem Team weiterhin Freude an Eurer Arbeit und viele interessante Momente beim Herstellen der „magischen Scheiben“.

Das Interview wurde schriftlich geführt. Die Fragen stellte Christian W. Eggers – 11. Oktober 2024 – christian@stompology.org- (letzte Aktualisierung am 17. Oktober 2024). Die Fotos in diesem Beitrag wurden vom dr.dub recording service zur Verfügung gestellt.

2 Gedanken zu “Der Schallplattenmacher aus Tirol – Ein Interview mit Dr. Dub über das Pressen von Vinyl- Tonträgern

  1. Hallo Walter!
    Vielen Dank für das abonnieren und Deinen freundlichen Kommentar!
    Das Ausprobieren einer gut funktionierenden Bandmaschine kann ich sehr empfehlen. Eine richtige Schallplatte ist dann noch ein Schritt weiter und ich bin überrascht, wie gut das funktioniert hat.

    Herzliche Grüße
    Christian

  2. Vielen Dank für diese ausführliche und informative Seite,

    mit dem Thema Vinylcut nach dem Mix auf der Bandmaschine haben wir uns auch schon beschäftigt … Wahnsinn 🤪der hier angesproche Service ist auf jeden Fall eine gute Alternative.

    Ich komme gerne zum Weiterlesen wieder. 😉

    Freundliche Grüße,

    Walter D von Frühstücks-Beat

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