Bandsalat Teil 4 – Retro Hall

Einen Tipp zum preiswerten analogen Hall für Schlagzeugaufnahmen im Vintage Sound habe ich kürzlich aus dem tonbandforum.de mitnehmen dürfen. Dank dafür an den anonymen Autor. Heute habe ich mir einen alten Mini-Gitarrenamp zugelegt. Das Ding hat noch eine richtige Hallspirale! So wie früher. Und damit lässt sich ein wunderbarer Retro-Hall mit analoger Technik während der Schlagzeugaufnahme auf das Tonband zaubern.

Der Groove

Zum Ausprobieren der Aufnahme eines verhallten Grooves ist der seltsame „Stumple Shuffle“, auch T-Bone Shuffle genannt, ausgesucht.

Hier ist der Groove notiert: Ein sogenannter Stumple Shuffle hier „Hand to Hand“ mit den Jazz-Besen auf der Snare gespielt
Hier ist der während der Aufnahme mit dem Gitarrenverstärker kräftig „verhallte“ Stumple-Groove anzuhören

Ein Weg zum Retro-Hall

Nachfolgend zeigen Fotos die Aufnahmesituation und die Positionirung der Mikrofone.

Die Aufnahme wurde mit einer Uher 4000 IC Mono-Bandmaschine mit der Technik der70er Jahren aufgezeichnet. Vor den Eingang ist ein kleines Behringer Mischpult für zwei Mikrofone geschaltet
Ein Electro-Voice RE 20 Mikrofon nimmt den Klang des Gitarrenverstärkers mit Reverb-Einstellung ab und führt über das Mischpult zum Tonband. Erfreulich: Das Rauschen dieses wirklich sehr einfachen Verstärkers hält sich in Grenzen
Das linke Mikrofon, ein sogenanntes Bändchenmikrofon mit der Bezeichnung t.bone 700 RM, dient als Overhead. Es ist so aufgestellt, dass auch das Schlagfell der Bassdrum mit aufgenommen wird. Das rechte Mikro, ein Uher M 534 dient zur Verstärküng der Snare und führt in den Gitarrenamp mit dem Reverb-Sound

Mit dem Mischpult kann jetzt das Verhältnis zwischen verhallten Snare-Sound aus dem Gitarrenamp und dem relativ trockenen Overhead-Mikro gemischt werden. Die Intensität des Reverb-Pegels ist auch sicher eine Geschmackssache. Dominiert der Amp zu sehr, geht auch der schöne Klang eines akustischen Schlagzeuges verloren. Das nachträgliche Verändern des Halls ist zwar digital möglich, hat aber unschöne Auswirkungen auf die Qualität der Aufnahme. Daher empfiehlt es sich zur genaueren Einstellung der Klangregelung und des Lautstärken-Mischverhältnisses zwischen „trocken und „nass“ Probeaufnahmen anzufertigen.

Ich wünsche viel Spaß beim beim Ausprobieren!

Christian W. Eggers (13.November 2021) christian@stompology.org (letzte Aktualisierung: 13. November 2021)

Veröffentlicht von Christian W. Eggers

Drummer aus Kiel in Schleswig-Holstein. "Drummer machen Fehler, die meistens laut sind."

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